Franz Bucher

Über die Zeichnung heute

Die Zeichnung ist für mich zum eigenständigen Medium mit eigenen Regeln geworden. Ich achte auf das Material, die „Vor-Zeichnung“, ich lasse mich von den Materialspuren verführen und anregen. Ich mache sie sichtbar im Papier, überlagere das Papier mit meinen Erinnerungen, die ich den vorgefundenen Spuren zufüge.

Die Zeichnung der frühen siebziger Jahre ist von heute gesehen eher Spurendokumentation die zum gemalten Bild hinführte.
Später hat sich der zeichnerische Zugriff auf die Wirklichkeit verselbständigt, wurde zu etwas Eigenständigem. Ich schaue heute verstärkt auf das Material welches ich fürs Zeichnen verwende, auf den meist situativen Einsatz weicher und harter Bleistifte, von Filzstiften und Tuschen, auch der Kohlenstifte. Sie alle reagieren mit den gewählten Zeichengründen.
Die neueren graphischen Blätter – speziell in der seit 1998 entstandenen Serie: Wasser – sind in den Varianten des Lichtes und den variierenden Farbstimmungen der Malerei zum selben Thema erneut vorausgegangen und entwickelten sich stetig und parallel zur Malerei als eigenständiges Werk. Grossformatige Arbeiten auf Papier wurden auf Leinwände übertragen und verwischen die alten Gegensätze zwischen Graphik und Malerei.

Franz Bucher (aus dem Buch "Lichter des Nordens", Niklaus Oberholzer, Johannes Stückelberger, Beat Stutzer, Robert Th. Stoll, Verlag Martin Wallimann)

Franz Bucher

Ausführliche Biografie

Franz Bucher

Malerei, Zeichnung, Holzschnitt, Radierung, Objekt, Relief, Wand- und Glasbild  

1940

Geboren in Sarnen (OW), Besuch der Schulen in Sarnen und im Kollegium St. Michael in Zug

1957-1962

Lehre und Arbeit als Dekorationsmaler in Luzern, Basel und Zürich

1963-1967

Studium an den Kunstgewerbeschulen, Hochschulen in Basel und in Luzern. 1965 und 1966 Stipendium des Kantons Obwalden. Beginn der eigenen künstlerischen Aktivität, Beteiligung an ersten Ausstellungen.

1967-1971

1967 Zeichenlehrerabschluss, Heirat mit Pia Heer, Umzug nach Zug. Teilpensum als Zeichenlehrer am Kollegium St. Michael in Zug und am Gymnasium Dr. Pfister in Oberägeri (bis 1976), grössere Reisen in Europa, Vorderasien und Nordafrika. Geburt der Kinder Peter (1968), Christian (1969), Claudia (1971). 1971-1991 Mitglied der Kunstkommission für Grabdenkmäler der Stadt Zug. 1971-1989 Mitglied der Vereinigung Zuger Künstler.

1972-1983

Dreimal Eidgenössische Kunstpreis-Stipendien 1972/1974/1975. Umzug nach Horw (1972). Renovation und Gestaltung mit seinen Kollegen des 280-jährigen Landhauses mit Atelier-Scheune und Umgebung von seiner Frau Pia, wo er seitdem mit der Familie, Hund und Katze am Chäppeliweg 3 wohnt und arbeitet. 1973 Aufenthalt als Stipendiat am Istituto Svizzero in Rom. 1973-1981 Mitglied des SWB, Schweizerischer Werkbund. 1974 Berufung als Dozent für Bildnerisches Gestalten und Kunst-Unterrichtsdidaktik (bis 2003) ans Seminar St. Michael Zug und an die Hochschule Luzern, ZRB, im Teilpensum, ein Wochentag. 1975 Ausstellungspreis und Ehrenurkunde "Schweizer Künstler sehen den Kanton Schwyz" in Schwyz. Aufnahme in die Sektion Zentralschweiz der Visarte und 1976 Aufnahme in die Xylon CH, Internationale Vereinigung der Holzschneider. Geburt des Sohnes Simon (1977), 1978 Aufnahme in die Arbeitsgruppe der SSL, Schweizerische St. Lukasgesellschaft. 1979 "Premio Lario di pitture e grafica" in Como. 1981 Erste Mitgliedergabe zur Gründung des Obwaldner Kunsttreff 13, "Landschaftszeichen", 1981, Aquatinta-Radierung.

Seit 1976

alljährlicher Malaufenthalt im Winter auf CH-Melchsee-Frutt und seit 1988 jeweils im Herbst in F-La Croix Valmer am Mittelmeer.

1984-1993

Kauf des Atelierheims am Sarnersee, Hohstettstrasse 34 in CH-Wilen (1984). Im gleichen Jahr Preis "Premio Regione Sarda“ der 2. Internationalen Grafikbiennale Cagliari. 1985-1995 als Vorstandsmitglied der SSL tätig. 1986-1993 Temporäre Künstlergemeinschaft für die Wanderasusstellung mit 8 Künstlern aus der SSL "Vom Turm zum Brunnen". "Premio Milano Capitale dell ‚Arte – Artista dell Anno 1988", Istituto d’Arte Contemporanea Milano. 1990 Aufnahme in die GSB. Nach der Überblicks-Ausstellung 1985 im Bündner Kunstmuseum Chur grösste Wander-Einzelausstellung als Retrospektive in Ungarn (1989/90) in den Kunstmuseen von Esztergom, Tata,-Budapest, Unterstützung durch Pro Helvetia. 1991 Preis Musée Suisse du Vitrail, Romont. Im gleichen Jahr Premio Agazzi, Concorso Internationale di Grafica Mapello in Bergamo.

1986-1992

Mitglied der Kunst- und Kunstpreis-Kommission der Stadt Luzern.

1969-1993

regelmässig ausgestellt an den Jahresausstellungen der Innerschweizer Künstler/Innen. Seitdem nicht mehr zur Jurierung eingereicht. Mehrmals tätig als Jurymitglied von Ausstellungen und Wettbewerben.

1993-1995

Horwer Kunst- und Kulturpreis am 1. Januar 1993.

1993 1. Preis GSB, Alpine Kunst in der Schweiz, in Bad Ragaz.

Buchvernissage am 3. Dezember 1993 im Kunsthaus Zug: Monographie Franz Bucher, "Mein Thema ist Malerei" mit Texten von Dr. Fabrizio Brentini und Karl Iten, Verlag Gisler AG, Altdorf. 1993 Werkbeitrag der Kulturstiftung Landis und Gyr Zug. 1994 Kurator der Wanderausstellung "Brückenschlag", SSL, Pro Helvetia, Kunstverein und Galerie an der Finkenstrasse, München, Diözesanmuseum Brünn, Nationalmuseum Danzig. Seit 1995 Mitglied der Kunstkommission der Klinik St. Anna, Hirslanden, Luzern

1996-2007

Obwaldner Kunst- und Kulturpreis 1996. Studienaufenthalt in New York 1996. Monographie "Das graphische Werk 1970-2000", mit Texten von Dr. Niklaus Oberholzer und Markus Britschgi, Diopter Verlag, Luzern, 2001. Video, "Franz Bucher – Kunst und Bau in Profan- und Sakralbauten seit 1971, hsg". v. Damian Heini und Franz Bucher, Horw. 2001 Gastdozent im Rahmen der Vorlesung „Christologie“ von Professor Dr. Wolfgang Müller (Werkstattgespräch durch Franz Bucher mit seinen Bildern und Videofilmen: "Das Christusbild der modernen Kunst") Universität Luzern, 19.06.2001

Buch Franz Bucher/Romano Cuonz, "Veränderungen", zu den Bildern Text von Urs Beat Frei, Brattig, Verlag, Alpnach-Dorf, 2002

Gastdozent im Rahmen der Vorlesungen „Passion“ von Dozent Henk Geuke, Hochschule für Kirchen- und Schulmusik Luzern, 10.04.2003

2005 Aufnahme in die "verarte.ch"

Zwei Reisen in den Norden Norwegens – im Sommer 1998 und im Winter 2004, eine Reise nach Finnland im Frühling 2007 führten zu Lichterlebnissen, wie sie in der Schweiz nicht möglich sind. Auftragswerk "900 Jahre Anselm von Canterbury" und Einzelausstellung in Sant‘Anselmo I-Rom

Infos ab 2007 unter Aktuelles oder Ausstellungsverzeichnis